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Aachener Weihnachtsmarkt: Was wir aus 13.000 Gesprächen gelernt haben

33 Tage, über 13.000 Konversationen und 20.000 Nachrichten. Drei Studierende, ein QR-Code und eine KI, die Besuchern in Sekunden zeigt, wo es Reibekuchen gibt.

chatpoints auf einem Smartphone auf dem Aachener Weihnachtsmarkt
Aachener Weihnachtsmarkt: QR-Code scannen, Frage stellen, Antwort bekommen.

Klingt nach einem netten Side-Project. War es aber nicht. Der Weihnachtsmarkt war unser bisher größtes Pilotprojekt und hat uns mehr beigebracht als viele Monate Produktarbeit davor.

Daten, die es vorher nicht gab

Wir dachten zuerst, der größte Mehrwert sei die schnelle Antwort für Besucher. Das stimmt auch. Wer vor Ort wissen will, wo es Reibekuchen gibt, möchte keine App installieren und keine PDF durchsuchen.

Für den Veranstalter wurde aber etwas anderes besonders spannend: die Daten dahinter. Welche Fragen stellen Besucher? Wann entstehen Peaks? Welche Themen wiederholen sich? Wo fehlt Orientierung?

Solche Informationen hat ein Weihnachtsmarkt normalerweise nicht schwarz auf weiß. Durch die Auswertungen wurde sichtbar, wie der Markt tatsächlich genutzt wird. Für die Planung im nächsten Jahr ist das ein echter Vorteil.

Kein Download, kein Login, kein Umweg

Der Einstieg war bewusst einfach gehalten: QR-Code scannen und im Browser lostippen. Kein App-Download, kein Account, keine Hürde zwischen Frage und Antwort.

Genau das hat funktioniert. Die meisten Nutzer kamen direkt vom Smartphone vor Ort. Fast die Hälfte aller Konversationen war außerdem nicht auf Deutsch. Niederländisch, Französisch, Englisch: Der Aachener Weihnachtsmarkt ist international, und die KI konnte Besucher in ihrer Sprache abholen.

Nachhaltigkeit wurde plötzlich relevant

Ein Punkt hat uns überrascht. Im Gespräch mit dem Veranstalter kam heraus, dass deutlich weniger Druckartikel mitgenommen wurden als in den Vorjahren. Der Rückgang war schon länger zu beobachten, aber dieses Jahr war er noch einmal spürbar stärker.

Ob das direkt an chatpoints lag, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Der Veranstalter sieht darin aber klar eine Möglichkeit, künftig weniger drucken zu müssen: weniger Flyer, weniger Müll, weniger Kosten.

Nachhaltigkeit war für uns nie das Hauptargument. Nach diesem Pilotprojekt entwickelt sie sich aber zu einem Verkaufsargument, das wir vorher nicht so deutlich auf dem Schirm hatten.

Das beste Feedback kam direkt danach

Am Ende hat uns der Veranstalter ein Folgeprojekt angeboten. Für uns als Studierende, die seit einem Jahr an dieser Idee bauen, war das wahrscheinlich das beste Feedback, das wir bekommen konnten.

Wir stehen noch am Anfang. Aber nach 13.000 Konversationen auf dem Weihnachtsmarkt wissen wir: Die Richtung stimmt.